Rheinwanderung am 3. Oktober 2018

Jagdschloss Niederwald – Niederwald-Denkmal – Assmannshausen

Diese Wanderung war in vielen Punkten für mich ein eindrückliches Erlebnis.

In den Tagen zuvor führte die Vorstellung, bei nasskaltem und vielleicht windigem Wetter die Wanderung durchzuführen, zu heftigen Bedenken. Ist dies überhaupt zu verantworten? Viele Teilnehmer/innen sind in hohem Alter. Diese Bedenken führten ins Gebet!

Am Abend vor der Wanderung war der Wetterbericht positiver und als wir uns am Jagdschloss trafen, schien die Sonne und das den ganzen Tag. Es herrschte – und das den ganzen Tag über - eine gute und meist fröhliche Atmosphäre! Was ich mir im Traum nicht hätte vorstellen können, wir saßen im Rebenhaus auf der Sonnenterrasse und blickten durch sonnenbeschienene Weinranken hinunter ins Rüdesheimer Rheintal. Wunderschön. Ich glaube, wir waren und sind unserem Herrn von Herzen dankbar!

Bingen mit Mäuseturm
Assmannshausen

Nach dem Mittagessen brachen wir wieder auf und kamen nach kurzer Zeit an eine geräumige Weggabelung. Seitwärts, ein auf drei starken Ästen auf dem Kopf stehender Baumstamm. In der Astgabelung war eine Miniatur des "Foucault-Pendels" aufgehängt. Die Pendelspitze, wenn in Bewegung gebracht, zeichnet im Sand die Schwingungsbewegung nach, die sich laufend verändern (15°/h). Würde man dies 24 Stunden langdurchhalten, dann würde das Pendel eine strahlenförmige Blüte in den Sand gezeichnet haben, weil sich in dieser Zeit die Erde einmal um sich selbst gedreht hat. (Original: Pendellänge 67 m, Pendelgewicht 28 kg, 1851 in Paris – Nachweis der Erdrotation.)

Dort machte uns Elke in einer kurzen Andacht auf die Notwendigkeit helfender "Wegbegleiter" aufmerksam:

Der Lebensweg ist nicht immer ein gemütlicher Spaziergang. Wie oft braucht man in schwierigen Situationen einen Halt. Gut, wenn da Menschen sind, denen man vertrauen kann. Den sicheren Halt aber finden wir in Gott, der uns wie mit einem unzerreißbaren Seil, gewoben aus unzähligen Fäden der Liebe, hält und trägt. Er ist da, für jeden von uns!

Ein gutes Stück weiter, kamen wir an eine Wegkreuzung, für einige von uns der Punkt der Entscheidung: Entweder jetzt endgültig hinab auf dem Weg durch die Weinberge nach Assmannshausen oder wieder zurück zum Jagdschloss und mit dem Sessellift hinab nach Assmannshausen. Treffpunkt dort: Terrasse vom "Hotel Post", an der Uferpromenade gelegen. Zur Entscheidungshilfe und um den "Trennungsschmerz" zu ertragen, tranken wir erst einmal einen Schluck Riesling "Rüdesheimer Magdalenenkreuz".

Miniatur des "Foucault-Pendels"
Schluck Rüdesheimer Riesling
"Navigationsbesprechung"
Sessellift Assmannshausen

Dann trennten sich unsere Wege. Vier Frauen hatten sich für den Sessellift entschieden, die anderen für den Weg durch die Weinberge. Den Mäuseturm im Blick, umgeben von vielen wegen des Niedrigwassers offen liegenden Sandbänken und oberhalb der Ruine "Ehrenfels" vorbei am "Binger Loch". Der Rhein wendet sich dort in einem Bogen nach Nordwesten, so auch unser Weg. Tief unten liegend kam Assmannshausen in Sicht, das wir letztendlich über eine steile schmale Treppe erreichten.

Im Hotel Post waren wir dann alle wieder fröhlich plaudernd beieinander.

Auffallend bei dieser Wanderung war die herzliche Fröhlichkeit und das gute Miteinander und Gerhard hatte wie ein Hirte immer ein waches Auge auf die kleine Herde, dass niemand verloren ging.

Für diese wunderschöne Wanderung dürfen wir unserem Herrn von ganzem Herzen danken.

Hans-Jürgen Caspary