Vogelsbergwanderung am 11.Mai 2019

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!

Der Blick am frühen Morgen aus dem Fenster konnte einem eher an dieser Wanderregel zweifeln lassen. Dennoch liessen sich nur wenige vom Regen abschrecken. Aber es war auch dieses Mal so wie schon oft. Kaum waren wir losgelaufen, hörte der Regen auf. Friedel hatte die Wanderroute umgestellt, sodass wir fast nur auf befestigten Wegen gehen konnten.

Obersotzbach liegt auf einem Hochplateau und so wurden wir auf der ganzen Wanderung mit herrlichen Ausblicken über die Hügel des Vogelsbergs belohnt. Knallgelber Raps, frühlingsgrüne Wiesen und braunrote Felder verstärkten den Eindruck. Die kleinen Ortschaften, die wir durchquerten, waren verschlafen - idyllisch und erinnerten stellenweise an Museumsdörfchen.

Auch wenn uns manchmal der Wind um die Ohren pfiff, war die Stimmung gut und es war schön, wieder einmal Zeit zu haben, um sich miteinander zu unterhalten.

Kurz bevor wir unser Ziel, die Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ erreichten, fing es dann doch noch einmal an, leicht zu regnen. Dies machte unsere Einkehr aber eher noch gemütlicher. Das leckere Essen und das eine oder andere Gläschen Wein oder Weizenbier hatten wir uns verdient, es wurde noch viel geredet und gelacht.

Abgerundet wurde der Tag mit einer Andacht zu dem Lied „Nun kommt das große Blühen“. In der letzten Strophe steht die Bitte „Gib Regen unserm Land.“. Auch wenn das vielleicht nicht an diesem Samstag hätte sein müssen, so waren wir uns doch einig - gerade auch in Erinnerung an den trockenen Sommer im vergangenen Jahr - dass Regen ein großes Geschenk ist und es ohne ihn nicht zu dem großen Blühen kommt. Und so, wie Gott Wachsen und Gedeihen von „Gras und Saat“ fördert, so schenkt er seinen Segen auch zu allem, was wir im übertragenen Sinn säen.

Sinnbildlich haben wir am Wegesrand Blumensamen ausgestreut. Wir werden wahrscheinlich nie erfahren, was daraus geworden ist, aber mit Gottes Fürsorge können sich vielleicht Wanderer, die sich nach uns auf den Weg machen, an den Blüten erfreuen.

Elke Gamer-Dölker